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Transparenz und Nachhaltigkeit im Fokus: ECLASS 16.0 und 17.0 heben Produktklassifikation auf ein neues Level

  • bt-itk
  • vor 10 Stunden
  • 3 Min. Lesezeit
ECLASS 16.0 und 17.0 heben Produktklassifikation auf ein neues Level
ECLASS 16.0 und 17.0 heben Produktklassifikation auf ein neues Level

Mehr Change Requests (CR) als je zuvor: Der Klassifikationsstandard ECLASS gewinnt weiter an Bedeutung. Gleichzeitig kommen mit jedem neuen Release immer neue Klassen und Merkmale hinzu, die für noch detailreichere Produktklassifikationen in allen Bereichen sorgen. So verbreitert sich das Spektrum der Möglichkeiten kontinuierlich. Daher lohnt sich ein Blick auf die Erweiterungen, die ECLASS 16.0 für die Elektroindustrie bietet. Zudem wirft ECLASS 17.0 mit dem Start der Alpha-Version ihre Schatten voraus. Welche Neuigkeiten sind besonders spannend für die Schaltanlagenplanung?


Zahlreiche neue Klassen und Merkmale sowie erstmals eine Veröffentlichung in 31 Sprachen: Dies sind einige der Neuerungen die ECLASS 16.0 auszeichnen. Gleichzeitig wurden im Rahmen des Releases Erweiterungen einzelner Aspekte vorgenommen und bisherige Klassifizierungsformen überprüft sowie validiert. Der Fokus lag dabei darauf, eine noch transparentere Beschreibung von Nachhaltigkeitsaspekten zu ermöglichen.


Inhaltsstoffe genauer beschreiben und regulatorischen Anforderungen gerecht werden

Zunächst hat der Aspekt „Materialdeklaration“ eine deutliche Erweiterung erfahren, die in allen Klassifizierungsklassen außerhalb des Dienstleistungsbereichs zur Verfügung steht. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf kritischen Inhaltsstoffen. Denn zu diesen können in der Produktklassifikation nun umfassendere Informationen als je zuvor hinterlegt werden. So ist es möglich, regulatorische Anforderungen zur Verwendung oder Vermeidung bestimmter Stoffe einzuhalten. Ein großer Mehrwert, denn Unternehmen können nun bei der Auswahl von Geräten oder Komponenten ihre Nachhaltigkeitsziele einbeziehen und auf Produkte zurückgreifen, die diese unterstützen oder zumindest nicht gefährden. Ebenfalls möglich ist die Angabe weiterführender Informationen und eine klare Deklaration für ausweisungspflichtige Substanzen oder Stoffe, die als Teil einer chemischen Verbindung nicht klar ersichtlich sind. Dazu wurde in ECLASS 16.0 ein neuer Block hinterlegt, in dem die Daten ab sofort ihren Platz finden.   


Ebenfalls auf einen transparenteren Überblick zur Nachhaltigkeit von Geräten und Komponenten zahlt die Arbeit zum Product Carbon Footprint (PCF) und Product Environmental Footprint (PEF) ein, in die auch InspiredE entscheidend involviert war. Gemeinsam mit der ECLASS-Arbeitsgruppe wurden die bestehenden Strukturen noch einmal in Bezug zur ISO 14044 gesetzt, die die Anforderungen und Leitlinien für die Erstellung von Ökobilanzen beschreibt. Die in ECLASS enthaltenden 24 Impact Categories wurden vor diesem Hintergrund validiert. Damit wird für Unternehmen die Erstellung ihrer CSRD-Berichte ebenso vereinfacht wie die Erfüllung ihrer Nachweispflichten. Zudem kann bereits bei der Schaltanlagenplanung die Einhaltung von Nachhaltigkeitsvorgaben wie einem CO2-Budget gewährleistet werden.


Alpha-Version von ECLASS 17.0 gestartet

Im Mai ist, nachdem erstmals die Marke von 100.000 CRs bis zur Deadline geknackt wurde, ECLASS 17.0 als Alpha-Version gestartet. Auch wenn bis zum endgültigen Release noch einige Monate ins Land gehen werden, sind schon heute erste Neuerungen absehbar. Nachdem in ECLASS 16.0 ein erster Entwurf für Recycling-Integrationen entstanden ist, sind in diesem Bereich weitere Entwicklungen zu erwarten. Wie auch bei der Vorgängerversion ist das Thema Nachhaltigkeit zentral, beispielsweise im neuen Sachgebiet „Waste processing residue“. Durch die präzise Klassifizierung von Abfällen sowie Prozessrückständen können Informationen über die Entsorgung aufgenommen werden. Diese sind die Voraussetzung für die Umsetzung einer nachhaltigen Kreislaufwirtschaft.

In der Alpha-Version enthalten sind zudem Erweiterungen im Bereich „Automotive Engineering, vehicle component“, wo allein 5.000 CRs zu neuen Klassen und Überarbeitungen geführt haben. Zudem wurde das Sachgebiet „Vehicle (complete vehicle)“ umfassend umstrukturiert. Nicht zuletzt legt die ECLASS-Version 17.0 einen Fokus auf Sicherheitsthemen sowie die Bereinigung doppelter Werte.


Fazit: ECLASS-Standard etabliert sich

Der Klassifizierungsstandard ECLASS entwickelt sich rasant weiter. Insbesondere im Bereich der Nachhaltigkeit sind zuletzt zahlreiche Neuheiten aufgenommen worden. Wie wichtig dies ist und welche Bedeutung dem Standard mittlerweile zukommt, zeigt sich dabei an der steigenden Anzahl von Change Requests, die die Weiterentwicklung anhand der Bedürfnisse der Branche fördern. Dies zeigt, dass sich der Standard etabliert, stärkt aber zugleich die weitere Verbreitung. Ein guter Grund die Neuerungen stets im Blick zu behalten.

 
 
 

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